Fahrt nach Tolmezzo zum Apfelfest
21. bis 23. September 2012



Deutsch-italienische Freundschaft mit attraktivem Kulturprogramm
Ausflug des Städtepartnerschaftsvereins Simbach-Tolmezzo e. V.

Fürstlich gedeckte Tische in historischem Ambiente, kulinarische Köstlichkeiten vom Feinsten und freundschaftliche Willkommensgrüße: So bereitete die Stadt Tolmezzo den 35 Teilnehmern des Vereinsausflugs in den Räumen des Museo Carnico einen überaus herzlichen Empfang. Bürgermeister Dario Zearo begrüßte die deutschen Gäste mit ihrem Vereinsvorsitzenden Dr. Bernhard Großwieser, der zusammen mit seiner Gattin Astrid das attraktive und vielseitige Ausflugsprogramm vorbereitet hatte. Die italienische Delegation mit der Vorsitzenden des Vereins "Amici di Simbach", Giovanna Filippi, Altbürgermeister Sergio Cuzzi und Stadtrat Gabriele Ioannone zeigten sich über den Besuch der Simbacher beim Apfelfest hoch erfreut.

Kultur, Kulinarisches und die Pflege der deutsch-italienischen Freundschaft gingen an dem Ausflugswochenende eine perfekte Verbindung ein. Sehr beeindruckt zeigten sich die Vereinsmitglieder von den für die Region typischen Webereien. Während in der "Tessitura" in Villa Santina automatisierte Produktionsverfahren im Mittelpunkt stehen, liegt die Betonung in Ovaro auf der kunsthandwerklichen Herstellung von Tisch- und Schmucktextilien auf traditionellen mechanischen Webstühlen. Feine Webstoffe und geschmackvolle Deko-Artikel waren für die Fahrtteilnehmer begehrte Souvenirs.

Eines der Hauptziele des Vereinsausflugs war die historisch bedeutende Stadt Gorizia, das "österreichische Nizza" Italiens. Dort verbinden sich Einflüsse der 500-jährigen Ortsgeschichte unter österreichischer Herrschaft mit üppiger mediterraner Vegetation. Ein Kleinod historischer Architektur ist der prächtige Palazzo Coronini-Cronberg mit seinen weitläufig angelegten Parkanlagen. Palmen- und Lorbeerhaine sowie anmutige Statuen, schattige Laubengänge und bezaubernde Felsengärten laden als Oasen der Ruhe zum Verweilen ein. Im Inneren des Palazzo wurde die Besichtigung der vollständig eingerichteten Räume mit wertvollen Möbeln, großformatigen Gemälden und kunstvollen Porzellan- und Kristallgegenständen von den kulturinteressierten Ausflüglern begeistert aufgenommen. Die Führung in italienischer Sprache war dabei überhaupt kein Problem: Die bestens vorbereiteten Reiseleiter Astrid und Bernhard Großwieser erwiesen sich als ausgezeichnete Dolmetscher und lieferten eine perfekte Übersetzung.

Europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts verdichtet sich auf dramatische Weise in beinahe einhundert Jahre alten Bunkeranlagen und Schützengräben aus dem 1. Weltkrieg am Monte San Michele. Gespenstisch und einschüchternd wirkten in der hereinbrechenden Dämmerung die unterirdischen Gänge und Verteidigungsanlagen und ließen etwas erahnen von dem Leid und Entsetzen, das Menschen, deren Völker heute freundschaftlich verbunden sind, sich hier einst angetan haben.

Gleich daneben eröffnete sich ein völlig anderer Blick auf die reizvolle Region: Die umliegende Karstlandschaft mit ihren rotbraunen, eisenhaltigen Böden wird traditionell für den Weinanbau genutzt. Ein junges Winzerehepaar erläuterte im Weingut Castello di Rubbia die naturbelassenen Verfahren mit autochthonen Sorten, wie zum Beispiel Vitovska, Terrano oder Malvasia. Die Reisegruppe überzeugte sich bei einer Weinprobe im neuen Gewölbekeller von der Qualität und dem Aroma der fruchtigen, mineralisch betonten Tropfen, die nicht nur hervorragend schmeckten, sondern durchaus hörbar die Stimmung aufhellten.

Wie ein roter Faden zogen sich aufschlussreiche und überraschende Einblicke in die schmackhafte Küche Karniens durch den Vereinsausflug. Köstlicher Schinken, pikanter Käse, Polenta, Gemüsepasta oder verschiedene Apfelspezialitäten reihten sich zusammen mit deftigen Fleischgerichten und raffinierten Dolci zu vergnüglichen Drei-, Vier- oder Fünfgängemenüs, bei denen in geselliger Runde Erfahrungen ausgetauscht und Freundschaften gepflegt wurden. Gerade im Gespräch mit den italienischen Freunden wurde deutlich, dass in Italien nicht nur Liebe, sondern auch Freundschaft durch den Magen geht. Selbstverständlich werden die freundschaftlichen Bande auch weiterhin gepflegt: Bein Leonhardiritt in Simbach wird eine italienische Delegation erwartet, die dann mit niederbayerischen Spezialitäten und bayerischer Kultur verwöhnt wird.

Edgar Nama